Was passiert wenn …?

Wie auch in den anderen Versicherungssparten haben Änderungen der Lebensumstände Konsequenzen für den Hausratversicherungsvertrag. Nachfolgend finden Sie eine Liste von Ereignissen, die Auswirkungen auf Ihre Hausratversicherung haben können. Wenn Sie auf das für Sie interessante Ereignis klicken, erhalten Sie entsprechende Erläuterungen und Hinweise.

Umzug


Wenn Sie umziehen, teilen Sie dies Ihrem Versicherer unbedingt mit. Versicherungsschutz besteht dann zunächst für beide Wohnungen. Für die alte Wohnung endet der Versicherungsschutz zwei Monate nach Umzugsbeginn. Ziehen Sie ins Ausland, gilt Versicherungsschutz nur für die alte Wohnung weiter, bis zu zwei Monate nach Umzugsbeginn und endet dann. Spätestens bei Umzugsbeginn sollten Sie dem Versicherer Mitteilung über die neue Wohnung und deren Größe machen. Es kann passieren, dass der Versicherer für die neue Wohnung einen höheren oder auch niedrigeren Beitrag verlangt. Das geschieht, wenn diese in einer anderen Tarifzone liegt. Die Tarifzoneneinteilung haben Versicherer erstellt, da sie die Beitragssätze nach Einbruchswahrscheinlichkeit in bestimmten Postleitzahlengebieten differenzieren. Im Falle einer Erhöhung des Beitrages haben Sie ein außerordentliches Kündigungsrecht. Dies können sie innerhalb eines Monats ausüben, nachdem Sie über die Erhöhung informiert wurden. Aber denken Sie daran, sich erst neuen Versicherungsschutz zu besorgen, bevor Sie kündigen.

Im Falle, dass sich Ehegatten trennen, sind ebenfalls Regelungen im Bedingungswerk getroffen. Diese greifen aber nur, wenn der Versicherungsnehmer (Vertragspartner) aus der versicherten Wohnung auszieht und der Partner in der bisherigen Wohnung bleibt. Solange der Versicherungsvertrag nicht entsprechend geändert wird, besteht Versicherungsschutz in beiden Wohnungen. Spätestens drei Monate nach Ende des Versicherungsjahres, in dem der Auszug erfolgte, gilt der Vertrag dann nur noch für die neue Wohnung. Bleibt jedoch der Versicherungsnehmer in der bisherigen Wohnung, ändert sich nichts.

Hinweis: Durch einen Umzug entsteht kein außerordentliches Kündigungsrecht. Der Versicherungsschutz gilt für Ihren Hausrat. Da Sie diesen bei einem Umzug mitnehmen, nehmen Sie auch den Versicherungsvertrag mit. Wenn Sie Gegenstände veräußern oder wegwerfen, sollten Sie gegebenenfalls die Versicherungssumme herabsetzen lassen.

Wenn Sie Ihren Hausrat komplett auflösen, also alles wegwerfen oder verkaufen und nur wenige persönliche Dinge mitnehmen, können Sie die Aufhebung des Vertrages verlangen.

Zusammenziehen


Wenn Sie mit jemandem Zusammenziehen, gelten dadurch oft zwei Hausratversicherungen für eine Wohnung. Wenn beide Verträge bei der gleichen Gesellschaft bestehen, lässt sich sicher problemlos ein Vertrag daraus machen. Wenn die Verträge jedoch bei verschiedenen Gesellschaften bestehen, gibt es verschiedene Varianten:

Wenn die Versicherungssummen aus beiden Verträgen dem tatsächlichen Wert des gemeinsamen Hausrates entsprechen, passiert nichts. Jeder hat seinen Vertrag, der weiterhin besteht.

Wenn die Versicherungssummen aus beiden Verträgen höher liegen als der Wert des gemeinsamen Hausrates, liegt eine Überversicherung vor. Trifft dies zu, können Sie die Beseitigung der Überversicherung verlangen. In einem solchen Fall, versuchen die Versicherer meistens, dass beide Verträge anteilig reduziert werden. (Anteilige Reduzierung bedeutet, bei einer Gesamtversicherungssumme von 50.000 Euro, einem Vertrag mit Versicherungssumme 30.000 Euro und einem Vertrag mit Versicherungssumme 20.000 Euro und einem tatsächlich vorhandenen Hausratwert von nur 40.000 Euro, reduziert sich der erste Vertrag auf 24.000 Euro – 60 % des tatsächlichen Wertes -, der zweite Vertrag auf 16.000 Euro – 40 % des tatsächlichen Wertes). Einen solchen Vorschlag von den Versicherern müssen Sie jedoch nicht akzeptieren. Sie können verlangen, dass der später abgeschlossene Vertrag reduziert wird, bis keine Überversicherung mehr besteht (Auf obiges Beispiel bezogen, würde dies bedeuten, dass der zweite Vertrag auf 10.000 Euro Versicherungssumme reduziert wird.).

Es gibt darüber hinaus eine Empfehlung für die Versicherer, Verträge mit sehr niedrigem Versicherungswert kulanzweise aufzuheben. Sprechen Sie mit Ihrer Versicherung. Es ist in den meisten Fällen nicht ratsam, dauerhaft zwei Verträge für einen Hausrat zu führen. Nichtübereinstimmungen im Deckungsumfang können im Schadenfall zu Schwierigkeiten bei der Regulierung führen.
Tipp: Bedenken Sie, dass die älteren Verträge im Hinblick auf den Versicherungsumfang verbessert werden könnten. Nutzen Sie also die Gelegenheit, und lassen Sie sich über Neuerungen beraten. Eine Umstellung kann sich lohnen.

Verreisen


Wenn Sie auf Reisen gehen, sind Sie laut Versicherungsbedingungen verpflichtet, in der kalten Jahreszeit, die Räume ausreichend zu beheizen oder wasserführende Leitungen zu entleeren. Tun Sie dies nicht, und deshalb entsteht z.B. ein Leitungswasserschaden, kann der Versicherer eine Entschädigung verweigern oder auch kündigen.

Wenn die Wohnung länger als 60 Tage unbewohnt ist, müssen Sie dem Versicherer dies mitteilen. Wahrscheinlich wird dann ein Zuschlag verlangt.

Bauarbeiten


Werden an Ihrem Haus Bauarbeiten durchgeführt und vielleicht auch ein Gerüst aufgestellt, müssen Sie dem Versicherer dies mitteilen. Im Regelfall bekommen Sie dann einige Hinweise vom Versicherer, wie Sie sich zu verhalten haben.

Anpassung der Versicherungssumme


Bei jeder ab 1984 abgeschlossenen Hausratversicherung handelt es sich um eine „Dynamische Hausratversicherung“. Das bedeutet, dass die Versicherungssumme den Lebenshaltungskosten angepasst wird. Grundlage dafür ist ein vom Statistischen Bundesamt ermittelter Index. Diese Anpassung soll dazu dienen, dass nicht allein durch Preissteigerung eine Unterversicherung zustande kommt.

Danach kann sich die Versicherungssumme und damit der Beitrag jährlich erhöhen (oder auch verringern). Sie haben die Möglichkeit, dieser Anpassung zu widersprechen, und zwar innerhalb eines Monats, nachdem Sie darüber informiert wurden. Wenn Sie in mehreren aufeinanderfolgenden Jahren widersprechen, kann es passieren, dass der Versicherer eine eventuell vereinbarte Klausel „Unterversicherungsverzicht“ kündigt. In Ihrem eigenen Interesse ist es nicht empfehlenswert, die Anpassungen auszulassen. Solange keine besonderen Umstände eintreten, die eine Reduzierung der Versicherungssumme begründen (Verkauf oder Entsorgung von Gegenständen), sollten sie diese Anpassungen mitmachen. Sie bräuchten ja auch tatsächlich jedes Jahr etwas mehr Geld, um sich die gleichen Sachen wieder zu kaufen.

Gefahrerhöhung


Ganz allgemein gilt, dass der Versicherer informiert werden möchte, wenn sich sogenannte Gefahrumstände ändern. Dabei wird von Ihnen erwartet, dass sie die Änderung von Umständen, nach denen im Antrag gefragt wurde, mitteilen. Dazu gehören z.B., wenn die Wohnung zeitweilig oder ganz unbewohnt ist, wenn Sicherungen (z.B. bestimmte Türschlösser) verändert werden, wenn ein Gerüst außen am Haus angebracht wird, aber auch eventuell, wenn ein Gewerbebetrieb im Haus aufgenommen oder verändert wird. Wenn Sie unsicher sind, schauen Sie auf Ihren Antrag oder fragen Sie nach. Tritt ein Schaden ein und Sie haben eine Gefahrerhöhung nicht mitgeteilt, kann der Versicherer unter Umständen die Leistung verweigern.

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