Wiederherbeigeschaffte Sachen

Im Versicherungswesen wird von wiederherbeigeschafften Sachen gesprochen, wenn versicherte Gegenstände wieder auftauchen bzw. diese dem Versicherungsnehmer wieder zur Verfügung stehen, die bisher als abhanden gekommen galten. Wenn dieser Fall eintritt, muss logischerweise eine Lösung zwischen Versicherung und Versicherungsnehmer gefunden werden. Um Klarheit zu schaffen, existiert ein entsprechender Paragraph in den allgemeinen Versicherungsbedingungen, der eine Verfahrensweise vorschreibt.

Wie letzten Endes verfahren wird, hängt natürlich stets von der jeweiligen Ausgangssituation ab. Sollte zum Beispiel ein versicherter Gegenstand bzw. ein Bestandteil des Hausrats abhanden gekommen sein und der Versicherungsnehmer vom Versicherer noch keine Entschädigung erhalten haben, so ist der Sachverhalt relativ einfach: Der Versicherungsnehmer verfügt wieder über die Sache und kann somit keinen Anspruch gegenüber dem Versicherer mehr geltend machen.

Anders sieht es natürlich aus, wenn ein solcher Schaden bereits über die Hausratversicherung reguliert wurde: Es wäre gegenüber dem Versicherer nicht gerecht, wenn der Versicherungsnehmer die wiederherbeigeschaffte Sache und die Entschädigung behält. Deshalb halten die meisten Versicherungsgesellschaften in ihren Versicherungsbedingungen fest, dass der Versicherungsnehmer eine Wahl zu treffen hat: Entweder er entscheidet sich für die Rückerstattung des geleisteten Geldbetrags oder er händigt die wiederherbeigeschaffte Sache an den Versicherer aus. Es ist anzumerken, dass es sich hierbei um ein Beispiel handelt: Die meisten Versicherer setzen zwar auf diese Regelung, allerdings kann es auch Ausnahmen geben. Dementsprechend gilt es stets in den Versicherungsbedingungen nachzusehen, wie zu verfahren ist.

Übrigens muss der Versicherungsnehmer seinen Versicherer darüber informieren, wenn ein abhanden gekommener Gegenstand auftaucht, der bereits entschädigt wurde. Ansonsten kann er sich des Versicherungsbetrugs schuldig machen.