Wegfall des versicherten Interesses

Man spricht im Versicherungswesen vom Wegfall des versicherten Interesses, wenn aus Sicht des Versicherungsnehmers am bestehenden Versicherungsschutz kein Bedarf mehr besteht. In solch einem Fall macht es für den Versicherungsnehmer keinen Sinn mehr, den Versicherungsschutz weiterhin in Anspruch zu nehmen und somit den Beitrag zu leisten. Dementsprechend wird darauf abgezielt, das Versicherungsverhältnis möglichst bald zu beenden, um somit die Leistung weiterer Beitragszahlungen zu verhindern.

Im Bereich der Hausratversicherung kommt es jedoch nur vergleichsweise selten vor, dass dieser Fall eintritt bzw. der Versicherungsnehmer keinen Bedarf mehr sieht, seinen Hausrat zu schützen. Im Grunde genommen ist es so, dass der Hausrat jederzeit geschützt werden muss. Daher gibt es bei genauer Betrachtung auch nur einen einzigen Fall, in welchem das Interesse am Versicherungsschutz in der Tat wegfallen kann. Hierbei handelt es sich um den Einzug in einen anderen Haushalt, dessen Hausrat bereits versichert ist. Entsprechende Situation treten in der Praxis beispielsweise auf, wenn Studenten zurück in den Haushalt ihrer Eltern ziehen und dort bereits ein Versicherungsschutz existiert. Würden die Heimkehrer ihr Versicherungsverhältnis nicht beenden, gäbe es eine Mehrfachversicherung.

Was die Beendigung des Versicherungsverhältnisses betrifft, so tritt diese nur bei den wenigsten Versicherern auf Anhieb ein. Es ist üblich, dass eine Hausratversicherung bei Wegfall des versicherten Interesses trotzdem gekündigt werden muss und die Versicherung dann zum nächstmöglichen Termin beendet wird bzw. das Versicherungsverhältnis einfach ausläuft. Eine sofortige Beendigung mit einer anteilmäßigen Rückerstattung des Beitrags wird nur von wenigen Versicherern geboten. Ob eine solche Möglichkeit besteht, gilt es in den allgemeinen Versicherungsbedingungen nachzulesen.