Gefahreneinstufung in der Hausratversicherung
Wenn es um ihren Hausrat geht sind die deutschen Verbraucher vorsichtig: Viele Haushalte verfügen über eine Hausratversicherung, die all die über Jahre angesammelten Schätzchen zuhause für den Schadensfall absichern soll. Wie wichtig es dabei auch ist, einen Elementarschutz oder erweiterten Hausrat-Versicherungsschutz zu erwerben zeigt sich spätestens dann, wenn die eigene Wohngegend plötzlich von Unwettern oder Überschwemmungen heimgesucht wird – ohne eine entsprechende zusätzliche Absicherung bleiben viele Versicherte auf ihren Kosten sitzen. Ob eine Erweiterung der Hausratversicherung überhaupt möglich ist und wenn ja zu welchen Kosten, darüber entscheidet die Versicherungswirtschaft anhand von ZÜRS, dem Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen.
Das webbasierte Geoinformationssystem ermöglicht es den Versicherungsmaklern, jeden Standort in Deutschland im Hinblick auf seine Gefährdung von einer Naturgefahr betroffen zu sein einzuschätzen. Dazu reicht schon die Angabe der Adresse des Versicherungsnehmers: Sie wird einer von vier Gefährdungsklassen zugeordnet.
Nichts zu befürchten haben Versicherte, die bei dieser Einordnung in der Gefährdungsklasse 1 oder 2 landen: Mit geringer bzw. sehr geringer Gefährdung erhalten sie problemlos jeden Versicherungsschutz zu attraktiven Konditionen. Anders sieht das schon bei Gefährdungsklasse 3 aus: Versicherte, die hier eingeordnet werden, können entweder keine Elementarschaden-Zusatzversicherung abschließen – oder sie müssen dafür hohe Aufschläge und ggfs. einen Selbstbehalt in Kauf nehmen. Noch schlechter tritt es Versicherte mit Gefährdungsklasse 4: Bei ihnen besteht statistisch betrachtet einmal in 10 Jahren die Wahrscheinlichkeit eines Hochwassers, was sie für Assekuranzen äußerst unattraktiv macht. Demzufolge erhalten sie im Regelfall keinen Versicherungsschutz.
Ein Großteil der Siedlungsfläche in Deutschland ist der Gefährdungsklasse 1 zuzuordnen. Nur ein ganz kleiner Teil von 1,4 (GK 3) bzw. 3,2 (GF 4) Prozent entfällt auf Gebiete, die ein erhöhtes Gefährdungsrisiko durch Naturgefahren aufweisen. Ein Großteil der Deutschen hat also in Sachen Gefahreneinstufung nichts zu befürchten und kommt in den Genuss günstiger Versicherungstarife.

